BOYSETSFIRE | 12.06.2011 | PFINGST OPEN AIR


 

 

AM 12. JUNI 2011 TRAFEN WIR UNS MIT NATHAN GRAY VON BOYSETSFIRE

 

vv: vor mehr als vier jahren wurde der split angekündigt, jetzt seid ihr zurück. erzähl doch etwas über die reunion. es gab eine telefonkonferenz?

nathan: ja, wir leben alle in verschiedenen staaten, daher ist es immer eine art telefonkonferenz, egal um was es geht. wir haben damals über die dinge nachgedacht, uns gefragt, was und warum wir es tun usw und irgendwann dachten wir einfach, lasst es uns noch einmal versuchen. ganz einfach. (lacht)

vv: wie denkst du im nachhinein über die trennung?

nathan: zu der zeit war es eine gute idee, das denke ich auch immer noch. jetzt ist wieder alles gut (lacht) wir haben einfach eine pause gebraucht. es war genau so eine gute idee, damals aufzuhören, wie es eine gute idee war, jetzt wieder zu starten.

vv: wie du bereits gesagt hast, lebt ihr in verschiedenen staaten. wie organisiert ihr eure proben und meetings?

nathan: es ist gar nicht so schwer. robert lebt in münchen, das ist ein bisschen schwierig (schmunzelt), matt lebt in new york, josh, chad und ich leben alle in delaware bzw. ganz in der nähe, das ist aber nicht so weit weg. wir treffen uns in europa ein paar tage vorm auftritt wie z.b. in berlin (telekom extreme playgrounds) oder groezrock und proben dann gemeinsam oder matt und robert fliegen zu uns und wir proben in joshs haus. somit ist es wie eine normale probe. wir versuchen so oft wie möglich zu proben. wie eine normale band (lacht).

vv: ihr seid live auf der bühne sehr energisch, das kann gefährlich sein…

nathan: (lacht) sehr gefährlich, ich werde alt.

vv: was war der schmerzhafteste moment auf der bühne?

nathan: (überlegt) josh hatte einige davon. wir sind schon von der bühne gefallen usw. es ist schwer, sich auf einen moment festzulegen. chad zum beispiel ist mal von der bühne gefallen und direkt mit dem hintern auf einem nagel gelandet (zur belustigung der anwesenden). ich hab öfter probleme mit meinem nacken und rücken weil ich zu viel herumspringe, aber nichts zu intensives. einmal vor ein paar jahren – irgendwo in michigan – bin ich mit dem gesicht zuerst von der bühne gefallen. allerdings kann ich mich nicht daran erinnern, dass es sehr schmerzhaft war, ich war damals sehr betrunken (lächelt).

vv: das solltest du zukünftig lieber sein lassen.

nathan: nein nein, das habe ich mir auch gedacht (nickt zustimmend).

vv: wann und wo war das allererste konzert von boysetsfire?

nathan: unsere erste richtige show war die geburtstagsparty von joshs schwager. das war sehr komisch. es war glaube ich 1994. ich kann gar nicht genau sagen, wie es war, es ist schon ein paar jahre her.

vv: boysetsfire gibt es schon seit vielen jahren. kannst du uns dein absolutes highlight benennen?

nathan: gestern zum beispiel. beim vainstream in münster, das war phantastisch. das vainstream war die erste richtige show (neben berlin im dezember) seitdem wir zurück sind. es waren sehr viele leute da, die uns mit offenen armen empfangen haben, sie waren sehr leidenschaftlich. es ist sehr schön zu sehen, dass es immer noch so viele fans gibt, nach so vielen jahren nachdem wir uns getrennt haben. es gibt viele tolle momente, es ist sehr schwer, sich da festzulegen.

vv: wie du soeben sagtest, eure fans sind immer noch da. was war denn das verrückteste, was ein fan jemals für euch gemacht hat?

nathan: ich weiss nicht, ob es wirklich etwas verrücktes gibt. klar die leute haben tattoos, zum beispiel von songs. da habe ich tolle gesehen. gebackene geschenke sind immer toll, wenn leute uns brownies bringen oder so, darüber freuen wir uns immer sehr.

vv: die trennung von the casting out war in etwa zur gleichen zeit, als die ankündigung kam, dass boysetsfire zurück sind. haben diese beiden veränderungen etwas miteinander zu tun?

nathan: nein, nicht wirklich. der drummer von the custing out ist nach kalifornien umgezogen, der gitarrist nach florida. durch die stetigen wechsel in der band konnten wir dann nicht weiter machen, aber es wurde auch zeit. es war ein spaßprojekt und die zeit lief einfach ab.

vv: welches würdest du sagen, ist  euer bestes album?

natan: das letzte, the misery index. ich denke jede band sagt, dass deren letztes album das beste ist. also the misery index, ist aber nur meine meinung.

vv: josh und du seid neben boysetsfire in einer anderen band „the new recruits“. erzähl mal was über das projekt.

nathan: das ist im prinzip auch ein spaßprojekt. wir haben aktuell eine ep veröffentlicht und geben erst mal drei konzerte. schauen wir mal, wie es weiter geht.

vv: wie ich gelesen habe, sind eure söhne simon and jonah auch in einer gemeinsamen band namens the may 4th massacre. sie haben euch bei den drei shows in amerika supported, werden sie auch in deutschland dabei sein?

nathan: nein in deutschland sind sie nicht dabei. sie haben erst einmal die drei shows in amerika eröffnet aber das war es. es ist schon cool auf der einen seite aber auch beängstigend auf der anderen seite. sie sind beide sehr talentiert.

vv: mit euch haben sie auch die perfekten unterstützer.

nathan: (lacht) ich weiss nicht, ob man perfekt sagen kann.

vv: ok, dann lasst uns „gut“ sagen.

nathan: nee nee nee, das nehmen wir jetzt nicht wieder zurück. perfekt klingt gut.

vv: ok einverstanden.

vv: eure setlist in amerika wurde vom publikum bestimmt. wie lief das ab?

nathan: das ist richtig. das war bei einer secret show vor der berlin show. wir wollten einfach nur spass haben. wir haben die show erst mittags am tage der show angekündigt und es lief super. wir hatten einen hut mit zetteln drin auf denen songnamen standen und das publikum hat die lose gezogen.

vv: gibt es einen kleinen hoffnungsschimmer auf ein neues album?

nathan: ich habe keine ahnung. wir haben momentan noch keine idee. aktuell haben wir nur spaß und lassen alles auf uns zukommen. wir versuchen gerade, den business-aspekt etwas fern zu halten, denn dieser ermüdet einen am ende. wir schauen daher spontan wie es läuft. wenn wir songs schreiben, dann passiert es und wenn nicht, dann nicht. momentan ist es schön, nicht wirklich pläne zu haben, sondern spaß.

VIELEN DANK FÜR EIN NETTES, LOCKERES INTERVIEW

 

12.06.2011 | patricia