KILLERPILZE BRENNEN 59:1 NIEDER


 

 

KILLERPILZE IM INTERVIEW


am 30. april nehmen sich die killerpilze großzügig zeit für unsere fragen, bevor sie mit einem fulminanten konzert in münchen ihre aktuelle tour beenden.

vv: wie lief die bandgründung im jahr 2002 ab? habt ihr von einem auf den anderen tag gesagt, ihr gründet jetzt eine band und los geht’s?

jo: die bandgründung ist echt schon lange (10 jahre) her. wir haben uns in der schule kennen gelernt und haben da eine befreundete band auf dem schulhof gesehen, „knuddeltrupp“ hießen die (in der band spielte benny früher). gemeinsam mit dem früheren gitarristen schlagi hatten wir die idee, etwas gemeinsam zu machen, da wir auch auf der bühne stehen wollten. wir haben uns im bandproberaum eingefunden und die instrumente verlost. bereits nach drei monaten hatten wir unseren ersten gemeinsamen auftritt in dillingen mit fünf selbst geschriebenen songs. sogar eine zugabe durften wir geben.

mäx: wir wollten immer auf der bühne stehen und haben angefangen punk-rock zu machen.

fabi: bei der zugabe beim ersten auftritt konnte ich leider nicht dabei sein, da ich mit meinen damals neun jahren bereits im bett war.

jo: der schlagzeuger von knuddeltop ist dann für fabi eingesprungen.

vv: wie seid ihr als „einsteiger“ an das songwriting rangegangen?

jo: der sänger von knuddeltrupp hat uns unter anderem damals gecoached und erklärt, welche teile ein song haben muss: strophe, refrain etc. durch das covern von songs von z.b. green day und blink 182 hat sich das so entwickelt.

vv: habt ihr mit dem hype gerechnet, der entstand, nachdem ihr bei universal unterzeichnet habt?

jo: damit hatten wir überhaupt nicht gerechnet. wir haben über vier jahre hinweg in clubs getourt und einmal war der universal-chef da, fand es geil und dann hat sich alles so entwickelt. mit so was kann man nicht rechnen. das passiert einfach. du bist dann automatisch so in der öffentlichkeit, dass es ein selbstläufer ist. jetzt bauen wir aber alles wieder neu auf mit dem neuen label und das macht auch echt viel spaß.

vv: was auch mehr arbeit bedeutet?

jo: viel mehr.

mäx: definitiv ja.

vv: war die trennung im beidseitigen einvernehmen?

jo: universal hat gesagt, wir verkaufen nicht mehr genug.

mäx: wir haben auch gemerkt, dass wir so nicht mehr weitermachen wollen.

jo: die wollten uns in der teeniebandecke lassen und wir wollten schon immer raus. als wir angefangen haben, waren wir eine teenieband, was nichts schlimmes ist, aber wir wollen uns eben weiterentwickeln und das geht mit einem eigenen label am besten weil wir 100 %ig die kontrolle haben.

vv: der einstieg als neueinsteiger ins labelbusiness ist aber kein leichter

jo: es ist schon schwer. der weg ist kein leichter, auch nicht das publikum zu bekehren, da es natürlich viele vorurteile gibt. aber gerade auf der tour „komm komm.com“ sehen wir, wie es ab geht und das publikum sich wandelt, das macht sehr viel spaß. klar kommen noch junge leute, das ist auch kein problem, die sollen auch weiterhin kommen. aber wir merken jedes jahr, dass das, woran wir selbst arbeiten kredibiler wird, dass wir mit cooleren bands zusammen spielen, dass wir auf geilen festivals spielen etc. das macht bock.

vv: ihr möchtet mehr männer begeistern, zu euren konzerten bringen. wie stellt ihr das an?

fabi: das schwierige ist einfach, die leute aufs konzert zu bringen, dass sie sich überwinden, ein killerpilze-konzert zu besuchen, dass sie es sich mal anschauen und noch mal die schublade auf machen. wenn sie dann da sind, ist es meistens so, dass sie sagen, hey wir wurden total überrascht, das war ganz anders als wir es uns vorgestellt haben. wir machen nicht nur musik für mädels, sondern auch musik für männer. (lacht)

jo: man merkt auf konzerten, dass das interesse von anderen leuten da ist. (fabi und mäx stimmen eindeutig zu)

mäx: die leute wissen was ein moshpit ist und das freut uns.

vv: habt ihr aufgrund der polarisierung jemals eine umbenennung in betracht gezogen?

jo: stand für uns jetzt nie zur diskussion. klar ist der name vorbelastet, aber er öffnet uns auch viele türen. killerpilze ist mittlerweile eine marke, jeder kennt killerpilze. egal wo wir hinkommen, es erregt immer aufsehen, ob es positiv oder negativ ist. dadurch schauen die leute hin und dann liegt es an uns, sie zu überzeugen.

mäx: wir stehen zu unserer geschichte. wir waren eine teenieband, jetzt werden wir erwachsen und die fans wachsen mit uns mit.

jo: die besten bands haben die bescheuertsten bandnamen und da gehören wir definitiv dazu. wir wollten immer authentisch bleiben und da gehört dazu, dass man das mit dem namen durchzieht. der name gehört zu uns.

vv: für euch sehr wichtig ist die kp-family. wer hatte die idee für die streetteams bzw habt ihr euch eine andere band als vorbild genommen?

fabi: die idee für den namen hatten wir (lacht). streetteams hatten wir davor schon, es war aber sehr unübersichtlich, da es hier ein streetteam gab und dort, daher haben wir versucht, alles zusammenzufassen und einen einheitsbegriff zu schaffen. kp-family ist nicht nur ein streetteam, sondern eine gemeinschaft.

jo: wir sind jedem menschen dankbar, der auf unsere konzerte kommt und uns auf dem harten weg nach oben begleitet. es ist nicht selbstverständlich. es gibt leute, die waren auf der tour auf bestimmt acht bis neun konzerten (von 12).

fabi: wir gehen immer nach den konzerten an den merchandise-stand, machen fotos und geben autogramme.

jo: früher war das ganz anders, da wir ohne security nirgendwo hin gehen konnten. wir wollen aber nicht, dass es so eine distanz gibt zwischen den fans und uns gibt, sondern dass man sagt, man arbeitet zusammen an dem traum, dass die band erfolgreich wird.

fabi: es wächst schritt für schritt.

vv: warum ist benny kein festes bandmitglied?

jo: benny spielt nebenher auch in einer anderen band. er gehört jedoch ganz fest dazu, ohne benny können und wollen wir keine konzerte spielen.

vv: warum heißt die tour komm komm.com so wie eure erste single und nicht wie das album oder anders?

jo: weil wir komm komm.com als aufforderung verstehen: „komm komm.comt auf unsere tour“. das ist plakativ und auf einer linie und somit besser zu verstehen.

fabi: wir hatten früher mal eine tour „komm mir nicht mit dieser tour, freundchen“, da mussten wir selbst nachdenken. komm komm.com ist prägnant und steht für die erste single. das ist ein ausdrucksstarker satz.

jo: wer weiß, was beim nächsten mal kommt.

vv: in jeder stadt spielt eine andere vorband. war das eure idee? und wer wählt die bands aus?

mäx: das lief über radioactive, einem musikportal, auf dem bands ihre eigenen profile erstellen können. sie konnten sich mit zwei songs als vorband für unsere tour bewerben. wir haben gesagt, wir möchten lokale bands unterstützen, talente fördern. wir haben früher auch supportgigs gespielt (u.a. für wohlstandskinder). es gab insgesamt über 800 bewerbungen und wir haben uns alles reingezogen.

jo: (bestätigt leicht erschöpft) alle 800 bands.

vv: wie lange hat das gedauert?

alle: lang, sehr lang.

jo: wir haben es aufgeteilt. wir haben dadurch wirklich sehr viele geile bands entdeckt und die besten auf tour dabei gehabt. wir sind echt super happy. hat gut funktioniert.

mäx: es gibt so viele gute bands.

vv: welche eigenen songs spielt ihr momentan am liebsten live? eher die neueren oder die älteren sachen?

jo: die neuen songs funktionieren schon recht gut. (mäx stimmt zu)

fabi: eigentlich sind es auf der tour auch wirklich nur die songs, die uns spaß machen, sei es von der 1., 2., 3. oder 4. platte. natürlich sind die neuen sachen immer ein bisschen aufregender. vor allem am anfang bei den allerersten shows wo man hofft, dass alles gut geht.

vv: habt ihr vor eurem auftritt bräuche?

jo: ja einige, das sieht man auch in unserem tourtagebuch. jeder braucht so 1 bis 1 ½ stunden für sich, macht aufwärm- oder gesangsübungen, dann trinken wir noch einen schnaps mit der crew.

mäx: einen gaumenschmeichler. (lacht).

vv: ist euch auf der bühne schon mal etwas peinliches passiert oder habt ihr euch verletzt?

jo: dauernd. und so bleibts auch spannend.

vv: was sind eure größten musikalischen einflüsse?

alle: viele. zurzeit hören wir gerne foo fighters, beatsteaks, jamie cullum etc.

fabi: wir hören viel verschiedene musik und inspirieren uns da aber im endeffekt wollen wir immer unseren eigenen style finden.

vv: habt ihr euch schon mal selbst gegoogled?

jo: klar! wir haben einen google-alert eingestellt, wo jede meldung über killerpilze mitgeteilt wird.

mäx: man will schon wissen, was die leute über einen schreiben.

alle: nicht so schön, wenn man bilder findet und denkt da siehst du ja total beschissen aus.

vv: bevor wir zum ende kommen, möchten wir noch ein kleines spiel machen. ich nenne euch einen begriff und ihr sagt in 1-2 worten, was euch dazu einfällt.

vv: alkohol

fabi und jo (synchron): nach der show (lachen).

vv: tattoos

jo: wenn’s das richtige ist, auf jeden fall.

fabi: schwierig, das richtige zu finden.

mäx: rechter arm. find ich gut. würde mir auch stehen glaub ich.

jo: kauf dir doch nen tattoostrumpf (lacht)

vv: heimat

fabi und mäx: das beschde.

jo: münchen und dillingen und berlin.

vv: stress

jo: gibt’s.

vv: bon jovi

alle: furchtbar

jo: antenne bayern.

fabi: jeden tag mit dem aufstehen und jeden morgen hassen.

vv: backstage

jo: backstage in münchen oder backstage bereich?

vv: das ist die frage. eure wahl.

jo: backstage ist alles erlaubt, wenn man es rein geschafft hat.

vv: freizeit.

alle: kommt manchmal zu kurz.

jo: urlaub wär mal wieder schön.

mäx: freunde

jo: wenn man freizeit hat, dann genießt man sie in vollen zügen.

vv: fabi

mäx: gut aussehend

vv: mäx

jo: gut aussehend

fabi: gitarrengott

vv: jo

fabi: extrem gut aussehend, entertainer.

und als letzte frage

vv: welche schlagzeile würdet ihr morgen gerne über das konzert in der zeitung lesen?

fabi: killerpilze brennen 59:1 nieder

jo: begeisterte fanmassen sprechen vom besten punk-rock-konzert des letzten jahrzehnts.

VIELEN DANK FÜR DAS LOCKERE UND SEHR ANGENEHME INTERVIEW!

30.04.2011  |  patricia

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